Wer sind wir?
Unsere Selbsthilfegruppe besteht aus sechs bis fünfzehn Mitgliedern, die regelmäßig die Gruppensitzungen aufsuchen und weiteren Mitgliedern, die sporadisch in die Gruppe kommen, einige seit vielen Jahren.
Wir sind keine feste Gruppe, d.h. es ist Raum für neue Mitglieder.
Wir sind Männer und Frauen. Altersbeschränkungen gibt es nicht. Bei allen liegt die Diagnose der bipolaren Störung vor. Gelegentlich erreichen uns auch Menschen, die sich bereits im Vorfeld über das Krankheitsbild der bipolaren Störung informiert und Gedanken gemacht haben, weil sie vermuten, dass sie oder ein/e Angehörige/r eine bipolare Störung haben könnte.
Die Fluktuation gerade bei den SHGen für Menschen mit bipolarer Störung und deren Angehörige ist oft groß. In der Manie haben wir "Besseres" zu tun. In der Depression schaffen wir es nicht. Und oftmals steigen Menschen wieder voll ins Berufsleben ein, so dass sie kaum noch Zeit für die SHG haben. Andere kommen nur, wenn es ihnen nicht gut geht. Das ist sehr unterschiedlich. Man kann es nicht verallgemeinern.
Die Vergangenheit hat auf einigen Meetings zwischen Angehörigen und Betroffenen gezeigt, dass oftmals eine größere Akzeptanz und ein besseres Verstehen der anderen Seite erreicht werden kann, wenn Schilderungen nicht von den eigenen Betroffenen und Angehörigen gehört werden. Durch die emotionale Distanz wird die Glaubhaftigkeit der einzelnen Schilderungen eher angenommen, sowohl von Betroffenen als auch von den Angehörigen. Das wirkt sich widerum positiv auf das Familienleben aus. Wir lernen miteinander und voneinander.
Sollten Sie sich entscheiden, an unserer Selbsthilfegruppe teilzunehmen, ist es nicht notwendig, dass Sie mit den eigenen Angehörigen erscheinen. Jeder Angehörige und Betroffene kann für sich allein kommen. Als Angehörige sehen wir auch enge Freunde an, die einem manchmal näher stehen als die Angehörigen. Hier ist es egal, ob Sie Geschwister, Kind, PartnerIn, Eltern, FreundIn, KollegeIn oder Großelternteil sind. Jeder Angehörige und Betroffene hat seine eigenen Belastungen mit der anderen Seite auszuhalten und zu meistern. Beide drohen schnell überfordert zu sein, wenn ein Betroffener in einer Phase steckt.
Gruppenregeln
- Blitzlicht zu Beginn: am Anfang der Gruppensitzung hat jeder die Möglichkeit, kurz über seine Befindlichkeiten der letzten Tage oder Wochen. Wie ist es ihm ergangen, was hat man erlebt, was war belastend aber auch erfreulich. Neue Gruppenmitglieder stellen sich kurz vor. Es besteht kein Zwang. Wer nichts sagen möchte, muss nichts sagen. Während des Blitzlichts soll es nicht zu Diskussionen kommen. Die Beiträge bleiben soweit wie möglich unkommentiert. Das Blitzlicht sollte eine Zeit von 2 bis 3 Minuten nicht überschreiten.
- Blitzlicht am Ende: am Ende einer jeden Sitzung hat man die Möglichkeit mitzuteilen, wie es einem gefallen hat, Anregungen für die nächsten Sitzungen zu geben, Befindlichkeiten mitzuteilen, die während der Sitzung entstanden sind, kurz gesagt, ein Feedback zu geben oder nachzuholen, was beim Anfangsblitz vielleicht versäumt wurde zu berichten.
- Sammeln von Themen: Das Anfangsblitzlicht bietet die Möglichkeit, Themen zu sammeln für die Sitzung. Entweder hat jemand persönlich ein Anliegen und Thema, worüber er mit den anderen reden möchte oder Gruppenmitglieder erkennen in den Blitzen anderer Themen, die sie gerne aufgreifen würden.
